Teilprojekt C3

TR29 Teilprojekt C3: Controlling

Entwicklung eines Koordinations- und Steuerungssystems für HLB

 

  Ziele   Motivation   Vorgehensweise   Ergebnisse   Publikationen  

Kurzzusammenfassung

Ziel des Teilprojekts ist die Gestaltung eines auf Unsicherheiten ausgerichteten wirtschaftlichen Koordinations- und Steuerungssystems für HLB. Sowohl sachliche als auch personelle Koordinationsprobleme sind zu lösen. Zentrales Steuerungsobjekt ist der Erfolgsfaktor "Flexibilität", der in Bezug auf das Design des HLB einerseits und die Kooperation zwischen Anbieter und Kunden andererseits theoretisch zu untersuchen ist. Es sollen theoretische Ansätze entwickelt werden, die Anhaltspunkte für die Gestaltung und Anwendung des Koordinations- und Steuerungssystems liefern.

 

Teilprojektleiterin

Steven Bw Prof. Dr. Marion Steven
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
Lehrstuhl für Produktionswirtschaft
Gebäude: GC 4/60
Universitätsstraße 150
D-44801 Bochum
Telefon: +49 234 32 28010
Telefax: +49 234 32 14717
E-Mail: marion.steven@rub.de       

Teilprojektbearbeiter/in

Alevifard Bw Dipl.-Ök. Solmaz Alevifard
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
Lehrstuhl für Produktionswirtschaft
Gebäude: GC 4/55
Universitätsstraße 150
D-44801 Bochum
Telefon: +49 234 32 23567
Telefax: +49 234 32 14717
E-Mail: solmaz.alevifard@rub.de       
Keine Bw Dipl.-Ök. Johannes Keine gen. Schulte
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
Lehrstuhl für Produktionswirtschaft
Gebäude: GC 4/57
Universitätsstraße 150
D-44801 Bochum
Telefon: +49 234 32 25346
Telefax: +49 234 32 14717
E-Mail: johannes.keinegenanntschulte@rub.de

 

Ziele

Zentrale Zielsetzung des Teilprojekts ist der Entwurf eines auf Unsicherheiten ausgerichteten wirtschaftlichen Koordinations- und Steuerungssystems für HLB. Es ergeben sich die folgenden fünf Ziele:

(1)    Es soll ein Ansatz einer Flexibilitätstheorie hybrider Leistungsbündel entwickelt werden.
(2)    Um den Unsicherheiten und Dynamiken von HLB aus Anbietersicht gerecht zu werden, sollen mit Hilfe eines geeigneten Bewertungsverfahrens Anhaltspunkte zum wertorientierten Design und zum dynamischen Management von HLB aus ökonomischer Sicht gewonnen werden.
(3)    Es sollen maßgebliche Bestimmungsgrößen und zu beachtende Aspekte der zwischenbetrieblichen Kooperation von HLB-Anbieter und -Kunde theoretisch untersucht werden.
(4)    Es sollen Wechselwirkungen zwischen der Leistungsbündelarchitektur und der zwischenbetrieblichen Koordination analysiert werden.
(5)    Es soll exemplarisch ein wirtschaftliches Koordinations- und Steuerungssystem entworfen werden, um eine effiziente und effektive Leistungserbringung sicherzustellen.
   

Motivation

Aufbauend auf den Erkenntnissen des Teilprojekts in der ersten Förderphase, in denen insbesondere Technikfragen der Generierung von Daten im Rahmen der Kostenrechnung für HLB im Vordergrund standen, ist nun die Nutzung von Daten zu ökonomischen Koordinationszwecken von primärem Interesse. Die Notwendigkeit von Koordination und Abstimmung besteht insbesondere vor dem Hintergrund, dass im Falle von HLB vielfältige Entscheidungsparameter und Schnittstellen zu berücksichtigen sind. Diese resultieren einerseits aus der Integration von Sach- und Dienstleistungen und andererseits aus der Integration des Kunden sowie anderer Marktpartner wie z.B. Leasinggeber und sonstige Zulieferer in die Wertschöpfung. Hinzu kommt, dass unvollständige Informationen über gegenwärtige und künftige Umweltzustände die Entscheidungsfindung vor große Herausforderungen stellt und die Entscheidungsgüte aufgrund von Unsicherheit beeinträchtigt wird. Der strategische Erfolgsfaktor Flexibilität wird damit zum zentralen Steuerungsobjekt und ergänzt die in der ersten Antragsphase untersuchten traditionellen Erfolgsfaktoren Kosten- und Marktorientierung. Das TP C3 soll sich deswegen mit dem kostengünstigen Aufbau von Flexibilitätspotenzialen und -strategien sowie der Ausnutzung von Flexibilität im Rahmen eines dynamischen Managements befassen. Es soll ein integrierter Ansatz entwickelt werden, der Anhaltspunkte aus ökonomischer Sicht dafür liefert, wie flexibel das HLB gestaltet und wann das HLB aus Sicht des Anbieters wie in ökonomisch sinnvoller Weise angepasst werden soll.

 

Vorgehensweise

Das im Kern des Teilprojekts C3 stehende Konzept der Flexibilität muss zunächst im Kontext hybrider Leistungsbündel erörtert werden, da Flexibilität ein zentrales Steuerungsobjekt hybrider Leistungsbündel darstellt. Die Vielzahl möglicher Begriffsverständnisse macht dieses Vorgehen notwendig. Dies führt zur Identifikation von Einflussfaktoren, die eine Flexibilitätstheorie für hybride Leistungsbündel begründen.
Basierend auf einer HLB-spezifischen Flexibilitätstheorie ist der Einfluss von Unsicherheiten in einem geeigneten Bewertungsansatz aufzunehmen. Ziel ist die ökonomische Unterstützung des Steuerungs- und Koordinationsprozesses hybrider Leistungsbündel. Es kommen geeignete Bewertungsverfahren zur Anwendung, die Eigenschaften hybrider Leistungsbündel berücksichtigen und Aussagen zum monetären Wert bereitzustellender Flexibilität ermöglichen.
Aufgrund der verstärkten Integration von HLB-Anbieter und –Kunde steigt der Koordinationsbedarf innerhalb der relationalen Geschäftsbeziehung deutlich. Im Rahmen eines HLB-Beziehungsmanagements kommen geeignete Methoden zum Einsatz, die die Koordination der HLB-Geschäftsbeziehung verbessern sollen. Im Anschluss soll die Anpassung geeigneter Koordinationsinstrumente erfolgen sowie eine Auswahlentscheidung gemäß den Anforderungen des jeweiligen HLB-Geschäftsmodells ermöglicht werden.
Gesamtziel des Teilprojekts C3 ist der Entwurf eines unternehmensübergreifenden Koordinations- und Steuerungssystems, dass auf Basis der für HLB geeigneten Koordinationsinstrumente und einer Flexibilitätsbewertung eine möglichst effiziente und effektive Erbringung hybrider Leistungsbündel unterstützt.

Ergebnisse

Teilprojektergebnisse wurden im Rahmen von Beiträgen auf Konferenzen und in wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert. Publikationen

 

Publikationen

  • Keine genannt Schulte, J., Waltemode, S., Steven, M., Aurich, J.C. (2013): Lifecycle Oriented Flexibility Assessment of Customized Solutions in Capital Goods Industry: A State of the Art, in: Meier, H. (2013): Product-Service Integration for Sustainable Solutions, Proceedings of the 5th CIRP International Conference on Industrial Product-Service Systems, Bochum, Germany, March 14th-15th, Springer, Berlin-Heidelberg, ISBN: 978-3-642-30819-2, pp. 609-620.
  • Keine, J., Steven, M., (2013): Industrial Product-Service Systems (IPS2) as an integrative tool to combine product and service parts – Consequences for the pricing of services and the impact of volatile revenues on the investment behavior of an IPS2-provider, in: Shimomura, Y., Kimita, K. (Eds.), The Philosopher's Stone for Sustainability, Proceedings of the 4th CIRP International Conference on Industrial Product-Service Systems, Tokyo, Japan, November 8th-9th, 2012, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 2013, S. 511-516
  • Keine gen. Schulte, J., Eckelsbach, H., Steven, M., Alevifard, S., (2012): Hybride Leistungsbündel – Auf steinigem Weg in die Praxis, in: wt Werkstattstechnik online, Jg. 102, H. 7/8, S. 485-492.
  • Keine gen. Schulte, J., Steven, M., (2012): Risk Management of Industrial Product-Service Systems (IPS²) – How to consider Risk and Uncertainty over the IPS² Lifecycle?, in: Dornfeld, D.A., Linke, B. (eds.), 2012, Leveraging Technology for a Sustainable World, Proceedings of the 19th CIRP Conference on Life Cycle Engineering, University of California at Berkeley, Berkeley, USA, May 23-25, pp. 37-42.
  • Meier, H.; Steven, M.; Boßlau, M.; Alevifard, S. (2013): Modeling of Flexibility within Dynamic IPS² Business Models – A Conceptual System Dynamics Case Study, in: Meier, H. (Hrsg.): Product-Service Integration for Sustainable Solutions, Proceedings of the 5th CIRP International Conference on Industrial Product-Service Systems, Bochum, Germany, March 14th-15th, Springer, Berlin-Heidelberg 2013, S. 573-584
  • Meier, H., Steven, M., Funke, B., Boßlau, M., Keine genannt Schulte, J., (2011): Complexity and Flexibility of IPS² across various Planning Levels, in: Hesselbach, J., Herrmann, Ch. (Hrsg.), Functional Thinking for Value Creation, Proceedings of the 3rd CIRP International Conference on Industrial Product Service Systems, Heidelberg, S. 315-319
  • Steven, M., Alevifard, S. (2013): Management of Flexibility in IPS²-Business-Relationships, in: Shimomura, Y., Kimita, K. (Hrsg.), The Philosopher’s Stone for Sustainability, Proceedings of the 4th CIRP International Conference on Industrial Product-Service Systems, Heidelberg, S. 97-102
  • Steven, M., Alevifard, S., (2013): Strategisches Controlling hybrider Leistungsbündel - Planung, Steuerung und Kontrolle anpassungsfähiger HLB, in: wt Werkstattstechnik online Jahrgang 103, Heft 7/8, S. 577 - 582
  • Steven, M., Keine gen. Schulte, J., Alevifard, S., (2012): Strategisches Controlling von hybriden Leistungsbündeln, in: Meier, H., Uhlmann, E. (Hrsg.), Integrierte Industrielle Sach- und Dienstleistungen, Berlin, Heidelberg, S. 285-307
  • Steven, M., Keine genannt Schulte, J., Merklein, T., (2011): Einsatz von Produktionsfunktionen zur Reduktion von Treibstoffverbrauch und CO2-Emissionen in der zivilen Luftfahrt, in: Wirtschaftswissenschaftliches Studium 40, Heft 8, S. 401 – 406
  • Steven, M., Alevifard, S., Keine genannt Schulte, J., (2011): Economic Relevance of IPS² Flexibility, in: Hesselbach, J., Herrmann, Ch. (Hrsg.), Functional Thinking for Value Creation, Proceedings of the 3rd CIRP International Conference on Industrial Product Service Systems, Heidelberg, S. 261-265
  • Wasmuth, K., Steven, M. (2012): TCO-Management bei ergebnisorientierten hybriden Leistungsbündeln, in: Controlling 24, Heft 1, S. 40 - 46