Planung und Entwicklung

Projektbereich A: HLB-Planung und -Entwicklung

Auf Industriegütermärkten nehmen kundenseitig unterschiedliche Personen am Kaufprozess teil (Buying-Center Mitglieder: Einkäufer, Entscheider, Verwender, Beeinflusser und Informationsfilterer). Häufig haben die beteiligten Akteure jedoch nicht den Unternehmenszielen kongruente Interessen. Daher ist es die Aufgabe eines erfolgreichen HLB-Vertriebes, alle am Kaufprozess beteiligten Akteure von der Güte des entwickelten Lösungsvorschlages zu überzeugen. Ein wesentliches Ziel des Teilprojekts A1 ist es daher, die Interessenlagen der unterschiedlichen Buying-Center Mitglieder empirisch zu erfassen und darauf aufbauend eine bestmögliche Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Um der Kundendynamik während der HLB-Nutzungsphase gerecht zu werden, soll des Weiteren ein Instrument entwickelt werden, das es ermöglicht, Art und Zeitpunkt der aus Kundensicht notwendigen Eingriffe in die HLB-Konfiguration im Nutzungsverlauf zu identifizieren.

Die in der ersten Förderperiode erarbeitete Entwicklungsmethodik für hybride Leistungsbündel kann nur dann dazu verhelfen den angestrebten Paradigmenwechsel in der Industrie einzuleiten, wenn die entwickelten Methoden, Vorgehensweisen und Werkzeuge angemessen im industriellen Umfeld eingeführt werden. Aus diesem Grund wird das Teilprojekt A2 im Rahmen der zweiten Förderperiode ein adaptives Prozessmanagement in der HLB-Entwicklung erforschen. In diesem Zusammenhang sollen Methoden zur Einführung und operativen Anwendung der HLB-Entwicklungsmethodik im Rahmen konkreter, industrieller HLB-Entwicklungsprojekte erarbeitet werden.

Im Rahmen der Teilprojekte A3, A4, A5 und A6 werden die in der ersten Förderperiode entwickelten Methoden, Vorgehensweisen und Werkzeuge weiterentwickelt. In diesem Zusammenhang entwirft das Teilprojekt A3 einen modellorientierten Ansatz zur HLB-Konzeptpartitionierung. Ziel dieses Projekts ist es, die Generierung und systematische Variation von HLB-Konzepten methodisch zu unterstützen und dabei HLB-spezifische Prämissen, wie insbesondere die Gesamtnutzenmaximierung sowie die Interdependenz zwischen Sachleistung und Dienstleistung, frühzeitig zu antizipieren. Aufbauend auf dem in der ersten Förderperiode entwickelten Assistenzsystem strebt das Teilprojekt A4 nun die Entwicklung einer Methodik zur Modellierung und Visualisierung der Sach- und Dienstleistungskopplung innerhalb der Entwurfsphase an. In diesem Zusammenhang soll eine realitätsnahe Abbildung hybrider Leistungsbündel in einem digitalen Modell erarbeitet werden. Auf Basis des in der ersten Förderperiode entwickelten, formal standardisierten HLB-Erbringungsprozessmodells, mit dessen Hilfe Leistungserbringungsprozesse IT-gestützt generiert und ausgestaltet werden, wird durch das Teilprojekt A5 im Rahmen der zweiten Förderperiode die Bewertung von HLB-Erbringungsprozessen erforscht. Ziel dieses Projekts ist es, über die Identifikation und Analyse von Umwelt- und Verhaltensunsicherheit sowie durch die Entwicklung von Zielfunktionen bereits in der HLB-Entwicklung die Qualität, Produktivität und Stabilität von Erbringungsprozessen beurteilen zu können. Aufbauend auf den in der ersten, nur einjährigen Förderperiode erarbeiteten Methoden zur Durchführung von HLB-Design-Reviews, ist ein wesentliches Ziel des Teilprojekts A6 die Entscheidungsfolgen und -risiken innerhalb der HLB-Design-Reviews abzuschätzen. 
 

Teilprojekte

 

Teilprojekt A1: Kundennutzen und Preisbereitschaft

Teilprojekt A2: HLB-Entwicklungsprozesse

Teilprojekt A3: Wissenesbasierte Konzeptmodellierung

Teilprojekt A4: Assistenzsystem

Teilprojekt A5: Gestaltung der Erbringungsprozesse