Lernfabrik für Prozessoptimierung
MB » LPS » Lernfabrik
Lernfabrik für Prozessoptimierung
Hintergrund
Die LPS Lernfabrik für Prozessoptimierung ist die erste Lernfabrik am LPS und wurde 2009 gegründet. Die Problematik der praxisorientierten Vermittlung von Inhalten aus dem Industrial Engineering und dem Lean Management für Studierende, also den Industrial Engineers von Morgen, begegnete der LPS mithilfe einer eigenen Lernfabrik. Die bestehende Infrastruktur in Form einer Pilotfabrik, welche zur Auftragsfertigung für die Industrie genutzt wird und mit Werkzeugmaschinen zur spanenden Bearbeitung (CNC, NC, Bearbeitungszentren usw.) ausgerüstet ist, wurde zur LPS Lernfabrik erweitert. Die Nutzung für die Lehre war von Beginn an sehr erfolgreich. Aus diesem Grund wurde das Anwendungsgebiet der Lernfabrik mittlerweile auf Industrieteilnehmer erweitert. Die Industrieseminare richten sich dabei an alle Fachkräfte von der Management- bis zur Shopfloorebene. Der Fokus liegt dabei auf der Gesamtheit aller Unternehmensprozesse. Die Teilnehmer sollen mit den vermittelten Werkzeugen in die Lage versetzt werden, Verschwendung zu erkennen und zu eliminieren.
Industrie Seminare
Als Lehrstuhl für Produktionssysteme, unter der Führung von Prof. Dr.-Ing. Bernd Kuhlenkötter versuchen wir, neben der wissenschaftlichen Forschung, den industriellen Nutzen nicht aus den Augen zu verlieren. Aus diesem Grund wurde 2011 das Institut für WertschöpfungsExzellenz (IWEX), in Kooperation mit dem Unternehmen LMX Business Consulting GmbH, gegründet. Das IWEX kombiniert so die Expertisen aus Wissenschaft und Wirtschaft, um sie im Rahmen von Trainingsveranstaltungen und Coachings weiterzugeben.
Didaktisches Konzept
In der LPS Lernfabrik für Prozessoptimierung findet sich der praxisnahe Umgang mit der Lean‐Thematik im eigens entwickelten, mehrstufigen Lehrkonzept wieder. Der Einstieg erfolgt durch ein Planspiel mit LEGO®‐ Modellen, um die Hemmschwelle durch einen „spielerischen Ansatz“ zu verringern. Die weiteren Lehreinheiten erfolgen in der Lernfabrik mit Werkzeugmaschinen und Montagearbeitsplätzen. Die direkte Umsetzung von gelernten Methoden ist dabei besonders hilfreich zur Schulung der Teilnehmer und führt in der abschließenden Evaluierung zu sehr guten Ergebnissen. Das Konzept der Lernfabrik konnte dabei durch die Nutzung bestehender Infrastruktur (Pilotfabrik) mit einfachen Mitteln umgesetzt werden. Das Lernkonzept der LPS Lernfabrik schult die Teilnehmer auf den vier verschiedenen Kompetenz-Ebenen: • Fachkompetenz • Sozialkompetenz • Methodenkompetenz • Selbstkompetenz Betrachtete Prozesse und Ressourcen Lernfabriken grenzen sich deutlich von regulären Seminarraum- oder Hörsaalübungen ab, indem ein reales Produkt in einer realen Fertigungsumgebung betrachtet wird. Aus diesem Grund finden die Seminare in der Pilotfabrik des Lehrstuhls für Produktionssysteme an der Ruhr-Universität Bochum statt.
Schulungsangebot
Integrierte Werkzeuge und Themen Bei der Implementierung von Ganzheitlichen Produktionssystemen wird meist die 5S Methode in Unternehmen zuerst umgesetzt, da sie einfach anzuwenden ist und häufig mit bestehenden Inhalten verknüpft werden kann. Durch die integrierte Lernumgebung aus Lernfabrik und Pilotfabrik kann dieses Themengebiet in der zweiten Lerneinheit Teilnehmer an bestehenden, realen Arbeitsplätzen vermittelt werden. Die Teilnehmer haben dann unter anderem die Aufgabe, ein 5S‐Audit durchzuführen. Somit werden neben der Methode 5S die Themen und Techniken wie Audits, Reifegrad, Verschwendung, Waste‐Walk und Kreidekreis vermittelt. Um einen Überblick über die Verkettung von Arbeitsstationen mit gemeinsamen Material‐ und Informationsflüssen zu bekommen, wird die Wertstrommethode gelehrt. Dazu wird die Herstellung eines realen Produktes (Flaschenverschluss: UNILOKK) herangezogen. Der Flaschenverschluss besteht sowohl aus Bauteilen, die durch die mechanische Fertigung hergestellt werden, als auch aus Zukaufteilen. Anhand von selbst zu erstellenden Wertstromanalysen sowie zu entwickelnden Soll-Wertströmen werden den Teilnehmer auch mit Lean-Methoden wie Supermarkt, Kanban, Pull und Just in Time (JIT)/Just in Sequence (JIS) konfrontiert. In der abschließenden Lehreinheit Prozessoptimierung erfolgt eine Gesamtzusammenfassung der vermittelten Methoden. Durch die Simulation eines Auftragsdurchlaufs vom Kunden bis zum Versand unter Hinzunahme von Zulieferern und indirekten Abteilungen wird ein großer Teil eines Unternehmens simuliert.
Bausteine
Kooperationspartner
IWEX
LMX