Bestandsaufnahme - Curriculare Ausrichtungen -
Regionale Effekte auf Arbeit und Wirtschaft
Hintergrund
Lernfabriken sind Einrichtungen mit einem realitätsnahen Fabrikumfeld und direkten Zugriff auf Produktionsprozesse und -bedingungen, die ein problem- und handlungsorientiertes Lernen und Forschen von Studierenden ermöglichen. Seit etwa 10 Jahren wächst die Anzahl der Lernfabriken stetig. Als Schnittstelle zwischen Hochschulen und Wirtschaft etablieren sich somit hybride Formen der Wissensproduktion, die Grundlagenforschung, experimentelle Entwicklungen sowie akademische Lehre verknüpfen und im gesellschaftlichen Anwendungskontext thematisieren.
Projektbeschreibung
Das im September 2017 gestartete fakultätsübergreifende Forschungsprojekt Lernfabriken an Hochschulen beinhaltet eine empirische Bestandsaufnahme nationaler und internationaler Lernfabriken hinsichtlich ihrer Ausgestaltungen. Mittels einer quantitativen Erhebung wird eine umfassende Morphologie zur Klassifizierung der Lernfabriklandschaft erstellt. Darüber hinaus werden didaktische und inhaltliche Ausrichtungen von Lernfabriken sowie regionale ökonomische und arbeitspolitische Effekte in einem qualitativen Ansatz untersucht.
Auf Grundlage der Forschungsergebnisse soll eine Methode zur Realisierung einer Lernfabrik entwickelt werden. Zudem sollen Chancen und Herausforderungen von Lernfabriken als praxisorientierte Orte des sozialen Lernens, der Partizipation der Beschäftigten und der betrieblichen Mitbestimmung und als Schnittstelle zwischen Hochschule und Region aufgezeigt werden. Darauf aufbauend sollen Handlungsempfehlungen für Verantwortungsträger aus Hochschulen und für gewerkschaftliche Interessensvertreter abgeleitet werden.

Projektziele
1) Empirische Bestandsaufnahme von Lernfabriken an Hochschulen
  • Zielsetzungen und Zielgruppen
  • Gestaltung einer Morphologie und Landkarte
  • Entwicklung einer Methode zur Realisierung von Lernfabriken
2) Analyse der curricularen Ausrichtungen der Lernfabriken
  • Lerninhalte und Lernziele
  • Didaktische Konzepte
  • Arbeitspolitische Inhalte
3) Analyse der regionalen Effekte auf Wirtschaft und Arbeit
  • Kooperationen zwischen Lernfabriken und Unternehmen
  • Unternehmensausgründungen aus den Hochschulen
  • Ansiedlung von Unternehmen im Umfeld der Hochschulen
  • Ausweitung der Zielgruppen
Projektteam
Das Konsortium des von der Hans-Böckler Stiftung geförderten Projektes besteht aus der Gemeinsamen Arbeitsstelle RUB/IGM (Projektleitung), dem Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Arbeit und Wirtschaft sowie dem Lehrstuhl für Produktionssysteme.

Projektleitung
Prof. Dr. Manfred Wannöffel
Gemeinsame Arbeitsstelle RUB/IGM
Konrad-Zuse-Str. 16
44801 Bochum

Projektbearbeitung
Andrea Bianchi-Weinand
Gemeinsame Arbeitsstelle RUB/IGM

Dr. Fabian Hoose
Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Arbeit und Wirtschaft

Martin Sudhoff M.Sc.
Lehrstuhl für Produktionssysteme
Definition einer Lernfabrik
"A learning factory is a learning environment where processes and technologies are based on a real industrial site which allows a direct approach to the product creation process. Learning factories are based on a didactical concept emphasizing experimental and problembased learning. The continuous improvement philosophy is facilitated by own actions and interactive involvement of the participants."
(Initiative on European Learning Factories, 2013)

Unter Lernfabriken sind demnach Einrichtungen zu verstehen, in denen akademische Lehre und Forschung in einer realitätsnahen Produktionsumgebung stattfinden. Dabei ist neben einem physischen Produkt, das in einem realen Produktionsprozess hergestellt wird, vor allem auch ein didaktisches Konzept für problem- und handlungsorientiertes Lernen kennzeichnend.
Gefördert durch
Konsortium