Multimedia-gestütztes Arbeitsplatz-InformationsSystem

Multimedia-gestütztes Arbeitsplatz-InformationsSystem

 

Ziel
In diesem im Rahmen des Programms QUATRO angelaufenen Projektes mit dem Titel Multimedia-gestütztes Arbeitsplatz-InformationsSystem soll eine Unterstützung des Strukturwandels in Nordrhein-Westfalen geleistet werden. An dieser Kooperation sind neben den Lehrstühlen für Produktionssysteme sowie Arbeitssystemplanung und -gestaltung (Prof. Schnauber) auch drei mittelständische Firmen des Maschinen- und Anlagenbaus beteiligt. Das Projekt ist auf zwei Jahre ausgelegt und hat im Dezember 1998 begonnen. Ziel ist dabei die Entwicklung eines auf modernen Multimedia-Techniken aufbauenden Informationssystems, das den Facharbeiter bei der Bewältigung seiner (organisatorischen) Arbeiten am Arbeitsplatz unterstützt, ohne dabei für den Nutzer eine Belastung darzustellen. Dadurch soll die Unternehmensflexibilität durch Aufgabenintegration auf Werkstattebene erhöht werden, was den beteiligten Firmen bei der Herstellung neuer und innovativer Produkte helfen und damit Arbeitsplätze in den gefährdeten Branchen sichern kann.


Problemstellung
Innovative Produkte sind gekennzeichnet dadurch, dass sie durch ein Zusammenwirken verschiedener Disziplinen, wie z.B. der Elektrotechnik und der Mechanik entstehen. Die Bemühungen der Automobilindustrie, mit Elektronik versehene Komponenten herzustellen, die dann über intelligente Bussysteme verknüpft werden können, verdeutlichen, welches Potential sich durch die Verknüpfung verschiedener Disziplinen in einem Produkt ergibt. Erst durch das Zusammenspiel und die perfekte Koordination der verschiedenen Disziplinen ist ein optimales Arbeitsergebnis zu erwarten. Die damit verbundene Aufgabenintegration ist mit einer Fülle an zusätzlichen Informationen verbunden, die der im Produktionsprozeß befindliche Mitarbeiter verarbeiten muss. Dieser sieht sich in einer in Qualität und Quantität mit heutigen Mitteln kaum beherrschbaren Informationsflut konfrontiert. Auch Anforderungen, die durch den Einsatz neuer Werkzeugmaschinen bedingt sind, nehmen kontinuierlich zu. Eine Überforderung der Mitarbeiter führt in diesem Zusammenhang sehr schnell zu einer Leistungsblockade. Um dies zu verhindern, müssen den Mitarbeitern vor Ort an der Maschine Informationssysteme zur Verfügung gestellt werden, die zum einen die Fülle an Informationen so aufbereiten, dass sie für den Mitarbeiter adiquat und verwertbar sind, zum anderen ihn in seiner Kreativität so wenig einschränken, dass er sich selbst am Innovationsprozeß beteiligen kann.

Lösungsansatz
Durch die Entwicklung und Implementierung eines Multimedialen Informationssystems am Arbeitsplatz wird einerseits die Kommunikation von Abteilung zu Abteilung (z.B. in Richtung Konstruktion) und von Schicht zu Schicht (Arbeitsübergabe) erleichtert. Außerdem erlaubt die einfache Speicherung von im Arbeitsprozeß entwickelten technischen Lösungen und Arbeitsabläufen eine umfassende Wissensdokumentation am Arbeitsplatz, die ein großes Verbesserungspotential für wiederkehrende Arbeitsabläufe beinhaltet. Im Zuge der Entwicklungsarbeiten werden dabei die betrieblichen Abläufe, die im Zusammenhang mit der Einführung des M-AIS stehen, bei den drei Verbundpartnern untersucht und verbessert. Dadurch soll eine optimale Integration des Multimedia-Werkzeuges in den betrieblichen Arbeitsablauf gewährleistet werden. Andererseits müssen die Mitarbeiter durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen in die Lage versetzt werden, dieses Werkzeug effektiv zu nutzen. Dadurch wird Kompetenmz zur Selbstorganisation am Arbeitsplatz vermittelt. Die Projektarbeiten werden von Institutsseite von einem Ingenieur im Bereich Betriebsorganisation, einem Ingenieur im Bereich Systementwicklung/Programmierung sowie von einem Arbeitspsychologen im Bereich Qualifikation/Ergonomie begleitet.

Ergebnisse
Nach der Erstellung der Analysewerkzeuge und der Wahl geeigneter Arbeitssysteme in den einzelnen Betrieben wurden die Analysen durchgeführt. Die ermittelten Ergebnisse wurden in ein Pflichtenheft zur Erstellung eines Prototypen Überführt. Die anschließende objektorientierte Modellierung wurde auch durchgängig objektorientiert implementiert (in Java auf der Basis einer OODB).


Bei den Workshops im IBZ an der Ruhr-Universität Bochum wird das Projekt der Öffentlichkeit präsentiert.


Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Peter Grimme