Concurrent-Engineering

Concurrent-Engineering auf der Grundlage dezentraler Fertigungsstrukturen

Ziel
Das Ziel dieses Kooperationsprojektes mit einer bedeutenden chinesischen Textilmaschinenfabrik besteht in der kompletten Überarbeitung der Strukturen zur Produkt- und Prozeßgestaltung im Sinne des Concurrent- oder Simultaneous-Engineering und dezentral strukturierter Fertigung.


Problemstellung
Im chinesischen Maschinenbau besteht im Zuge des Reform- und Marktöffnungsprozesses die besondere Notwendigkeit, die veraltete Produktpalette zu erneuern. Speziell bei unserem chinesischen Partner besteht außerdem das Problem, dass aus Deutschland importierte hochmoderne Fertigungsanlagen deutlich höhere Anforderungen an die Arbeitsvorbereitung stellen, um die Leistungsfähigkeit und Flexibilität dieser Anlagen angemessen ausschöpfen zu können. Die vorhandenen alten Strukturen der gesamten Prozeßkette der Produkt- und Prozeßgestaltung, Konstruktion und Arbeitsvorbereitung, sind diesen Anforderungen nicht mehr gewachsen.


Lösungsansatz
In Zusammenarbeit mit den chinesischen Projektpartnern soll ein Re-Design der Produkt- und Produktionsgestaltung, angepaßt an die chinesischen Randbedingungen, erfolgen. Ein Kernpunkt dafür ist die methodische Überarbeitung dieser Vorgänge mit Einführung von Projektarbeit in multidisziplinär zusammengesetzten Teams zur Überwindung der nachteiligen sequentiellen und abteilungsgebundenen Vorgehensweise. Damit sollen nicht nur Zeitgewinne realisiert werden, sondern auch potentielle Fehlerquellen durch abteilungsspezifische Sichten und entsprechende Iterationsschleifen der Produkt- und Produktionsgestaltung vermieden werden. Neben der Teamarbeit werden weitere systematische Methoden wie das fertigungs- und montagegerechte Konstruieren, QFD und FMEA angewendet. Unterstützt wird die einzuführende Teamarbeit durch geeignete Rechnerhilfsmittel, die im Laufe des Projektes eingeführt werden. Dazu gehören vor allem:



- ein 3D-CAD System,

- ein EDM/PDM als integrierende Komponente der technischen Produkt- und Produktionsvorbereitung

- eine leistungsfähige NC-Programmierung (CAM-System),

- ein intern beim Partner in Programmierung befindliches Arbeitsplanungssystem (CAPP).



Projektbegleitend werden Ausbildungsmaßnahmen für ein aus Experten verschiedener relevanter Abteilungen zusammengesetztes Projektteam des chinesischen Partners vor allem in der CIM-Pilotfabrik des LPS durchgeführt werden, da die Qualifizierung eine unabdingare Voraussetzung für den Erfolg eines solchen Projektes ist. Die Ergebnisse der Projektarbeiten und die mächtigen Softwaretools sollen, angepaßt an die Randbedingungen, schrittweise eingeführt werden.


Ergebnisse
Nach einer umfangreichen Datenaufnahme und -analyse gemeinsam mit dem Partner vor Ort sind Konzepte der neuen Strukturen in Produkt- und Prozeßgestaltung erarbeitet worden. Die wesentlichen Softwaretools sind ausgewählt und teilweise bereits vom Partner implementiert worden. Gegenwärtig erfolgen gruppentechnologische Analysen des Teilespektrums, Klassifizierung und Konzeption geeigneter Nummernsysteme als Vorbereitung des EDM- bzw. PDM-Einsatzes. Parallel laufen Ausbildungmaßnahmen vor Ort und in Bochum. Eine auf den Industriepartner zugeschnittene Soft- und Hardwareumgebung ist am LPS aufgebaut worden.